einige Fragen/Bedenken

      einige Fragen/Bedenken

      Zuerst etwas zu meiner Person:
      Männlich, 38 Jahre, 184 cm, 140 kg

      Ich spiele mit dem Gedanken mich bändigen zu lassen.

      Vor der OP selbst habe ich keine Angst, wie das technisch funktioniert ist mit soweit klar. Meine Bedenken gegen eher Richtung meiner psychischen Verfassung nach so einem Ein-griff.

      Nun ja, ich liebe das Leben und habe bis anhin mein Leben genossen. Kochen ist ein gros-ses Hobby von mir, einem Glas Wein bin ich nie abgeneigt, süssem kann ich nur schwer widerstehen und ein perfekter Sonntag ist mit dem Nachbarn zu plauschen, ein, zwei oder auch mehr Bierchen zu zwitschern, den Grill anzuwerfen und spontan ein Grillfest abzuhal-ten. Nun ja, von irgendwoher müssen die Kilos ja kommen. Ich bin mir bewusst, dass ich mich nicht wirklich gesund ernähre und mich zu wenig Bewege.

      Ich denke mal, es gibt hier im Forum auch Leute die so oder ähnlich wie ich gelebt haben und das Leben so genossen bis es wirklich zu viel wurde.

      Ich bin wirklich in einem Dilemma, einerseits möchte ich wirklich nicht mehr fett sein, ande-rerseits befürchte ich durch das Magenband viel Lebensfreude zu verlieren.

      Wie habt ihr das heute? Wie schwer viel euch das Ändern eurer Lebensgewohnheiten? Wie hat euer Umfeld reagiert? Wie verhaltet ihr euch auf Partys oder Festen? Könnt ihr solche Anlässe noch geniessen?

      Währe schön, wenn ihr mir von euren Erfahrungen berichten könntet.

      Gruss
      Niki
      Hoi!

      Ich hab es nicht so mit dem Drumrumreden um den Brei. Ich hoffe also, dass ich dich nicht irgendwie beleidige - das wäre dann ungewollt!!!
      Wenn du schreibst: Süssem kannst du kaum widerstehen! dann ist in meinen AUgen eine Magenband-OP rausgeworfenes Geld!
      Schokolade, Gummibärchen, Kekse, Nougat, Süssgetränke aller Art.... in jahrelangem Selbstversuch habe ich die ärztlichen Aussagen bestätigt, die allesamt lauten: EIn Magenband kann keine Süssigkeiten aufhalten. Diese "Nahrungsmittel" werden zu schnell verflüssigt und gehen ungehindert hindurch. Hingegen wirst du möglicherweise eingeschränkt in der Auswahl und Menge deiner gesunden Nahrungsmittel, so dass dein (sorry!) vermutlich eh schon katastrophales Essverhalten so richtig bachab geht. Logisch gibt es immer Ausnahmen! Aber Sweeteater (Leute, die ihr Gewicht nicht zuletzt der Schoki verdanken) sind naturgemäss NICHT die Zielgruppe einer Magenbandfirma. Verantwortungsbewusste Ärzte sagen so etwas aber vorher auch.
      Weiter: Hobbykoch.
      Ich muss frech fragen: Besteht denn das Schöne am Kochen nur darin, möglichst viele Kalorien der Vernichtung zuzuführen? Oder ist es nicht für einen Hobbykoch eine absolut spannende Herausforderung, NEUE Dinge auszuprobieren? Leichtere Küche, abwechslungsreichere Nahrung etc.?

      Dann: Eine OP ist nur ein Hilfsmittel, ein Werkzeug. Aber keine Automatik. Es hilft nichts, du wirst dich entscheiden müssen und dann für deine Entscheidung auch etwas tun müssen!
      Wenn du abnehmen willst, dann wirst du um eine ANpassung deiner Lebensgewohnheiten nicht herumkommen. Und du wirst auch an deinem Denken arbeiten müssen. Wenn für dich unabrückbar Lebensqualität gleichbedeutend ist mit sitzen, Essen und trinken- dann geniess dieses Leben, solange es geht. Keine OP wird dir etwas bringen. Das ist natürlich etwas übertrieben, aber im Kern doch wahr.
      Was dir fehlt, ist die Erfahrung, wie es ist, plötzlich mit 30 kg weniger auf den Rippen diurch den Tag zu laufen - oder mit 30 kg weniger am Grill zu hocken, statt 3-4 Steaks nur noch eines zu essen - mit genausoviel Lebensfreude, Genuss und Hunger! Aber dann einfach satt und zufriden zu sein UND noch dazu nicht unmässig gegessen zu haben! Ich kann dir sagen, für mich ist das ein unglaublicher Zugewinn an Lebensfreude. Ich trinke meinen Whiskey, esse meine Bratwurst, sogar mal Süsses (immer noch zu viel) und nehme ab!
      Zu Weihnachten habe ich noch 2-3 Tafeln Schoggi täglich verspeist, besagte 3 Steaks auf den Grill gepackt, 3 BigMacs und 2 Cheeseburger täglich verspeist etc. MIT Magenband, wohlgemerkt!!!!
      Mein dringender Tip an dich ist deshalb:
      1.: Lass dir noch etwas Zeit, du bist evtl. gedanklich noch nicht so weit. Erkundige dich hier, besser noch finde ich aber den Gedanken, dich eventuell mit therapeutischer Unterstützung einmal ganz in Ruhe zu fragen, was eigentlich deine Ziele sind und was deine Lebensqualität wirklich ausmacht...
      2.: Erkundige dich über Alternativen zum Band! Bei dem, was du schreibst (zu wenig für eine fundierte Meinungsäusserung von mir) habe ich starke Zweifel, dass dir ein band helfen würde. Ich selbst habe einen Schlauchmagen, der ist niocht so effektiv wie ein Bypass, aber viel hilfreicher und im Alltag für mich(!) angenehmer als das Band, was ich zuvor hatte. Allerdings war mein Ziel ein Bypass - den Schlauch gab es, weil bei mir kein Bypass gemacht werden konnte. Bypass wäre mein Rat für dich.
      3.: Schau mal, ob du eine Selbsthilfegruppe in deiner Region hast und nutze sie.
      en gruess,
      Holger
      2011: Schlauchm,agen bei mehr als 160 kg
      21.2.2013: Magenbypass- OP bei ca.130 kg
      3.6. 2013: 30 kg sind weg!! Seit meiner Schlauchi-op sogar 60 kg !!!
      24.1.2016: 30 kg wieder zugenommen seit 2014. Am 16.1. 16 neuer Anlauf! Die ersten 12 Kilo sind geschafft...


      @Holger
      Erst mal danke für die ehrlichen Worte.

      Dass das Magenband kein Allerheilmittel sein kann, wenn ich meine Lebensgewohnheiten nicht umstelle ist mir klar, und bitte verstehe mich nicht falsch, ich bin sehr wohl bereit an meinem Verhalten zu arbeiten.

      Ich weiss wieso ich fett bin und viele die nun operiert sind und erfolgreich abgenommen haben, und die ich für ihre Leistung ehrlich bewundere, waren es wohl aus den selben Gründen wie ich. Der/Die eine oder andere wird genau wie ich heute eher 3 als nur 1 Stück Torte verdrückt haben.

      Genau deshalb frage ich, wie das bei euch bereits gebändigten, geschlauchten und gebypassten war als ihr euch umstellen musstet. Ob ihr dabei Probleme hattet, und wenn ja, wie er sie gemeistert habt.
      OK, das tönt schon mal anders - und besser ;)
      Umstellungsprobleme:
      Nach dem Band:
      Ich wollte essen und konnte nicht. Vieles rutschte, rein mechanisch betrachtet, nicht durch die Engstelle (die ja noch gar nicht richtig eng war durch das Band sondern durch die Schwellung nach der OP). Problem war und blieb: Das Hungergefühl war genau wie vor der OP, da ja organisch nichts verändert wurde, sondern nur das Mageneingang verengt wurde. Durch den Süssigkeitenkonsum konnte ich den kleinen Vormagen nicht nutzen/spüren, sondern gab die Kalorien immer direkt ans System weiter ;)
      Das Schlucken von nahrung urde schnell besser - nur sehr wenig Lebensmittel machten bis zum Schluss Probleme. Allerdings war klar: Immer, wenn ich in Sztressituatioonen geriet, konnte ich feste Nahrung schwer zu mir nehmen - es rutschte dann einfach nicht gut. Fasriges Fleisch und trockenes Fleisch waren da am Schlimmsten, dicht gefolgt von Reis.
      Nach dem Schlauchmagen:
      Zuerst tat das Schlucken etwas weh - immer dann, wenn das Essen die Narbe passierte. Und da ich einen Schlauchmagen bekam, habe ich eine sehr lange Narbe. Nämlich den kompletten Restmagen hinunter... das hielt ein paar Tage, vielleicht sogar etwas länger an, war aber ohne Schmerzmittel zum aushalten. Unterschied zu vorher: Das Hungergefühl ist viel geringer. Das Hungergefühl wird neben dem Hirn vor allem durcvh Enzyme im Magen gebildet. Weniger Magen=weniger Enzyme=weniger Hungergefühl. Ich lerne noch immer, den echten Hunger wahrzunehmen. Und der kommt jetzt mit Macht!!! Dann hängt mir mein Mägelchen aber so richtig in den Knien!
      Schwierig war es vor allem (IST es vor allem) die kleinen Portionen als normal zu anerkennen. UNsereiner kennt ja alles nur in XXXXXXL. UNd nun plötzlich 2 Kartöffelchen uind etwas Fleisch? Hallo? Und dann akzeptieren, wenn dir nicht etwa dein Verstand oder Diätberater, sondern dein Körper sagt: Ich bin satt, hör BITTE auf mit dem Essen - das ist tatsächlich mächtig schwer für mich. Denn der KOpf ist ja eben nicht mit operiert worden. Aber Probleme im Sinne von: Ich kann nicht mwehr geniessen? Nein, gab es nicht, gibt es nicht. Dass der erste Monat als OPfolge nicht unbedingt genussreich ist, ist wohl verständlich. Da ist Erholen angesagt. Aber nach 8-12 Wochen hat sich das alles eingespielt (wenn es gut läuft).
      Grade gestern war ich indisch essen. Und nach einigen Experimenten mit Miniportionen, die man ja doch nie bestellen kann, mache ich es nun so: Ich gehe selten essen. Aber wenn, dann bestelle ich ganz normal das, was ich haben will und lasse ienfach Reste auf dem Teller liegen. Ich sage mir dann, dass es mir egal ist wegen des Geldes - ich bin mir so ein Essen eben wert! Mal lasse ich mir Reste einpacken, mal nicht. Aber ich habe den Genuss des Restaurantaufenthaltes, der Atmosphäre, der Essensvielfalt - nur eben nicht in der Menge. Auch ein 6gängiges korsisches Menü habe ich so geniessen können. 2 Gänge hab ich ausgelassen, beim Rest immer nur etwas genommen - hinterher war ich pappsatt, hab den Abend voll genossen, war sturzbetrunken und habe dennoch meinen Magen nicht überdehnt! DAS ist ein Leben!!!
      Probleme: Trinken von Kohlensäurehaltigem ist nicht mehr so einfach wie früher, geht aber auch.
      Ich habe seit der OP Sodbrennen, weil mein Mageneingang durch das Band geschädigt ist. Da kommt es zu einem Reflux (Magensäure läuft im Liegen in die SPeiseröhre.) 2-3x pro Woche schlucke ich einen Säureblocker, dadurch merke ich fast nichts davon. Aber dies schwankt etwas.
      Ich war und bin froh, dass man im Limmattalspital UNterstützung durch die Ernährungsberatung bekommt. Etwas Coaching ist schon sehr hilfreich.

      Das alles ist wirklich viel Gedankenarbeit. Mein "Trick": Ich hab nicht versucht, möglichst viel Alltag in die neue Situation zu retten - ich habe versucht, alle Aspekte meines Lebens neu zu betrachten und mir einen neuen Alltag zu schenken. Das ist wirklich sehr theoretisches und evtl. auch abgehobenes Zeug, hat mir aber sehr geholfen.
      en gruess,
      Holger
      2011: Schlauchm,agen bei mehr als 160 kg
      21.2.2013: Magenbypass- OP bei ca.130 kg
      3.6. 2013: 30 kg sind weg!! Seit meiner Schlauchi-op sogar 60 kg !!!
      24.1.2016: 30 kg wieder zugenommen seit 2014. Am 16.1. 16 neuer Anlauf! Die ersten 12 Kilo sind geschafft...


      :hello: Niki

      ich kann Holger nur beipflichten - wenn ich mir deine essgewohnheiten anhöre, dann kommt bei mir auch sofort die blinkende warnlampe: ja kein band bei diesen essgewohnheiten -

      ich selber war laut ärzten die ideale band patientin - aber leider hat es trotzdem nicht geklappt - habe inzwischen einen bypass - und bin echt froh darüber.

      aber eben wie Holger schreibt es wird eine umstellung - es ist nicht immer leicht - aber die op ist eine echte stütze! und ich würde es wieder machen!

      mein vater hat auch statt eines bypasses einen Schlauchmagen bekommen und ist total glücklich damit.

      aber für so eine entscheidung was für dich das richtige ist eine arztmeinung nötig - und denke dort wird dir kein arzt ein band empfehlen.

      ich wünsche dir ganz viel erfolg für die bevorstehende zeit und löchere nur alle mit fragen, die dir auf dem herzen brennen.

      liebe grüsse Chrigi
      4.12.06 Magenband mit 140 kg, 20.3.09 Umbau zu Bypass bei 117 kg

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Chrigi“ ()

      Habe in Zwischenzeit nochmals mit meinem Arzt gesprochen. Er rät mir von einem Magenband ab. Er hat mich zu einem Heilpraktiker geschickt. Um mir den Stoffwechsel zu regulieren. So sollen erstaunliche Resultate erreichbar sein.

      War gestern bei diesem Heilpraktiker und muss sagen, ich fühlte mich wirklich sehr gut aufgehoben. Noch nie hat sich ein Arzt so intensiv mit mir befasst. Am Freitag werde ich durch meinen Hausarzt eine grosse Blutanalyse machen lassen. Die wird benötigt um einen auf mich zugeschnittenen Ernährungsplan aufzustellen.

      Bin wirklich gespannt ob es was bringt. Ich werde einiges an Disziplin aufbringen müssen, bin aber wiklich voller Tatendrang und würde mich freuen wenn sich mein Gewicht so im gewünschten Umfang verringern würde.

      Am 9. August werde ich die Stoffwechselumstellung beginngen. Bitte drückt mir die Daumen.

      Gruss
      Niki